Beschreibung:
Qualitative Methode zur Untersuchung der ganzheitlichen
subjektiven Wahrnehmung von Produkten, Dienstleistungen
etc.
Urheber:
Dr. G. A. Kelly (1955)
Ziel:
Bildung von semantischen Differentialen
(Beispiel,
siehe auch Info-Box rechts: "Was ist eigentlich ein
semantisches Differential?") zur Ermittlung der subjektiven
Gesamtbewertung von Produkten und Dienstleistungen durch
Zielgruppen
Nutzen:
Im Gegensatz zu anderen Marktforschungs-Methoden liefert
Repertory Grid keine vordefinierte und politisch korrekte
"Marketing-Checkliste", sondern bildet die tatsächliche
Wahrnehmung eines Produkts, Services oder eines Kommunikationskonzepts
durch die Zielgruppe in ihrem
spezifischen Vokabular ab.
Dies ist nicht nur bei allen werbenden Marketing-Kommunikations-Maßnahmen
sowie im Bereich der Produktverpackungen ein entscheidender
Erfolgsfaktor, sondern führt auch zu einer zielgruppen-gerechten
Gestaltung von analogen und digitalen Inhalten ("Content"),
Navigationsmenüs oder dem Abfassen verständlicher
Gebrauchsanweisungen.
Im Rahmen von Kompetitiven
Benchmarks ist Repertory Grid ein nützliches
Werkzeug um die spezifischen Stärken und Schwächen
von Testobjekten aus der Perspektive der Zielgruppe zu
analysieren.
Besonderheiten:
Fordert vom Probanden viel Mitarbeit, geht aber auch stark
auf die persönlichen Einstellungen und Sichtweisen
des Probanden ein. Erzeugt keine vorgefertigten "Checklisten",
sondern bildet die tatsächlich vorliegende individuelle
Bewertung durch Endkunden bzw -Nutzer ab
Beantwortete
Frage:
Welches Gesamt-Produkt wird subjektiv vom Kunden bevorzugt?
Welche spezifischen Produktmerkmale differenzieren unser Erzeugnis
vom Wettbewerb aus Sicht der Zielgruppe?
Welche spezifischen Produktmerkmale müssen wir optimieren, um
uns aus Kundensicht vom Wettbewerb positiv zu unterscheiden?
[Beispiel einer Repertory Grid-Analyse für
Handys]
...ein semantisches
Differential?
Bei semantischen Differentialen handelt es sich um
Paare gegensätzlicher Begriffe wie z. B. "gut"
- "schlecht", "hoch" - "tief"
etc. (siehe Illustration am Ende der Seite).
Aufsummiert ergibt sich eine Begriffs-Matrix.
Diese Matrix entspricht der komplexen subjektiven
und emotionalen Wahrnehmung des Menschen gegenüber
einem .
Diese Warnehmung macht transparent,
ob und warum der Mensch bestimmte Objekte, Sachverhalte
oder Ideen positiv oder negativ Bewertet.
Semantische Differentiale eignen
sich daher vor allem für die Konzeptions- und
Optimierungsphase von Produkten und Services als transparente
Steuerungs-Instrumente im Projektmanagement.
...User Experience?
Erweiterte Usability-Sichtweise, geprägt von
Apple-Computers Mitte der 80er Jahre.
Demnach gehen bei Produkten neben
der Nutzungssqualität an sich auch Erfahrungen
mit der Verpackung, der Gebrauchsanleitung, dem Lieferservice,
dem Kundendienst etc. als Qualitätskriterien
in die Bewertung des Kunden bzw. Nutzers ein.
User Experience berücksichtigt
daher auch Aspekte der Erfahrungen mit einem Produkt,
die über die "reine" Nutzung hinaus
gehen, bzw. ihr vorgeschaltet sind.